Zitate

Warurm?

„Weil die Leute gar nicht mehr fähig sind, einen Gedanken länger als ein paar Sekunden durchzuhalten. Die wissen ja morgen schon nicht mehr, was Trump gestern wieder gelogen hat. Das ist eine schreckliche Entwicklung. Erinnert mich ans alte Rom. Brot und Spiele. Und irgendwann zünden wir unsere eigene Stadt an.“

Marius Müller-Westernhagen – @26.12.10’xx.xxx@ – SZ 28.10.2018 S.10 – Über die Verrohung der Gesellschaft im digitalen Zeitalter

Alternative Fakten

„Symptom für eine tiefer liegende Krise demokratischer Gesellschaften: Wenn Gesellschaften sich nicht mehr darauf verständigen können, was wahr ist, können sie auch die drängenden Probleme des 21. Jahrhunderts nicht meistern.“

Michaele Butter – @26.09.03’xx.xxx@ – Nichts ist, wie es scheint

Ursprung

„Wie kann es sein, dass inteligente menschliche Wesen nicht im Stande sind, über ihre Ursprünge zu reden, ohne den Namen Gottes oder iregndwelche dämliche Aliens zu erwahnen?“


Dan Brown – @26.05.00’xx.xxx@ – Origin

Rettet die Wahrheit

Sind also Journalisten, die noch daran glauben, dass Information und Aufklärung Grundvoraussetzungen einer demokratischen Gesellschaft sind, die Bergarbeiter des 21. Jahrhunderts? Spezialisten, die von wirtschaftlich unsinnigen Subventionen noch eine Weile über Wasser gehalten werden, obwohl die Leistung nicht mehr gebraucht wird? Ist es Zeit aufzugeben?

Ich denke nicht daran. …“

Claus Kleber – @26.04.02’xx.xxx@ – Rettet die Wahrheit!

Smalltalk

„… Wissen Sie, ich bin kein Mensch, der strategisch denkt. Ich kann weder smalltalken noch lügen und schaffe es bis heute nicht, mich mit den richtigen Leuten zu umgeben. Ich bin zu absoluter Ehrlichkeit verdammt, das hat die Sache nicht immer leicht gemacht. …“

Adrineh Simonian – @26.01.16’xx.xxx@ – SZ-Magazin 20/2017 – Wenn nichts passiert

Regieren als bloße Administration

„Gerade weil sich die Technologie heute so schnell entwickelt und Parlamente wie Diktatoren durch Daten, die sie nicht schnell genug verarbeiten können, förmlich erschlagen werden, denken heutige Politiker in viel kleineren Dimensionen als ihre Vorgänger vor 100 Jahren. Der Politik fehlt es am Anfang des 21. Jahrhunderts folglich an großen Visisonen. Regieren ist zu bloßer Administration geworden. Man verwaltet das Land, führt es aber nicht mehr. Die Regierung sorgt dafür, dass Lehrer bezahlt werden und die Abwasserkanäle nicht überlaufen, aber sie hat keine Ahnung, wo das Land in 20 Jahren sein wird.“

Yuval Noah Hariri – @25.09.24’xx.xxx@ – Homo Deus

Zäune bauen hilft nicht

„… es gab keine Zeit der Weltgeschichte, in der sich nicht nach einiger Zeit die Armen aufgemacht haben, um zu den Reichen kommen. Es ist das Normalste dieser Welt!

Was die Geschichte noch zeigt: der Bau von Wassergräber, Türmen, Elektrozäunen, die Aufstellung von Schildern und Soldaten, das Vergraben von Minen – hat noch nie die Reichen und ihre Reiche geschützt. Noch nie!“

Christian Springer – @24.07.21’xx.xxx@ – Landesvater, cool down

Schwarmidentität und die Loyalität zum Rudel

„Wenn es eines gibt, das mich am Internet ängstigt, dann dies: Es ist ein Medium, das ‚Flashmob’s auslösen kann und regelmäßig schlagartig ‚virale‘ Trends schafft.  …

Die traditionelle Definition von ‚Frieden‘ bezieht sich auf den Frieden zwischen Rudeln oder Klans, und so ist ‚Stammesgefühl‘ vielleicht die gefährlichste unserer Sünden. Es zersetzt uns tief im Wesen.

Trotzdem wird Schwarmidentität fast überall als Tugend angesehen. Das Buch der Sprüche im Alten Testament enthält eine Liste von Sünden, darunter Lügen, Mord, Hochmut und so weiter, aber auch ‚Hader zwischen Brüdern säen‘. Ähnliche Gebote gibt es in allen Kulturen, allen politischen Systemen, allen Religionen, die ich studiert habe. Ich will damit nicht sagen, dass alle Kulturen und Glaubensbekenntnisse gleich sind, sondern dass es eine Gefahr gibt, die uns gemein ist, weil sie in unserer Natur liegt, und die wir abzuwehren lernen müssen. Die Loyalität zum Rudel wird immer wieder mit Tugend verwechselt, obwohl – besonders wenn! – Menschen sich selbst als Rebellen sehen. Es tritt immer Rudel gegen Rudel an.“

Jaron Lanier – @23.05.08’47.916@ – High-Tech-Frieden braucht einen neuen Humanismus

Deal der Autorität mit dem Bürger

„All diese Indizien machen deutlich, welcher unausgespochener Deal dem Bürger angeboten wird: Stellst du keine Bedrohung dar, hast du nichts zu befürchten. Wenn du dich um deine eigenen Angelegenheiten kümmerst und das, was wir tun, unterstützt  oder zumindest tolerierst, passiert dir nichts. Anders ausgedrückt, unterlass es, die mit Überwachungspotential ausgestattete Autorität herauszufordern, wenn du nicht irgendwelcher Straftaten bezichtigt werden willst. Es ist ein Handel, der zu Passivität, Gehorsam und Konformität auffordert.

Es darf aber nicht sein, dass sich nur die treuen Parteigänger der Mächtigen vor staatlicher Überwachung sicher fühlen können.“

Glenn Greenwald – @22.12.25’xx.xxx@ – Die globale Überwachung

Erwachsenenkindergarten

„Facebook ist eher ein Erwachsenenkindergarten unter algorithmischer Aufsicht oder eine globale Nutzerabwimmelanlage als eine soziale Organisationsstruktur.“


Peter Glaser – @22.09.11’xx.xxx@ – Die Welt nach Facebook in www.heise.de

Wir verschwinden

„Meine These lautet: Unser Leben wird für uns unsichtbar, weil wir immer weniger erkennen können, wire die Regeln, Mechanismen, Prozesse und Infrastrukturen aussehen, die ihnen zugrunde liegen.“

„Leben so, dass jeder Schritt deines Lebens, alles was du konsumierts, jeder Gedanke, den du hast für alle sichtbar ist – …“

Miriam Mecken – @22.04.25’xx.xxx@ – Wir verschwinden: Der Mensch im digitalen Zeitalter

Tomatenwürfe

„Früher hatte es ein Recht auf gute Unterhaltung, aus dem sich das Recht auf empörte Tomatenwürfe ableiten ließ, wenn die Unterhaltung nicht behagte. Heute hält das Publikum seine Tomatenwürfe schon selbst für große Unterhaltung.“

Arno Frank – @22.02.??’xx.xxx@ – Meute mit Meinung

Inferno

„Die heißesten Orte der Hölle sind reserviert für jene, die in Zeiten moralischer Krisen nicht Partei ergreifen.“

Dan Brown – @21.12.26’xx.xxx@ – Inferno

‚planing fallacy‘ – Planungsfehlschluss

„Bei der Prognose von Ergebnissen risikoreicher Projekte fallen Führungs­kräfte allzu leicht dem Planungsfehlschluss (‚planing fallacy‘) zum Opfer. Unter seinem Einfluss treffen sie Entscheidungen, die auf irrationalem Optimismus statt auf einer ra­tionalen Abwägung von Gewinnen, Verlusten und Wahrscheinlichkeiten basie­ren. Sie überschätzen den Nutzen und unterschätzen die Kosten. Sie denken sich Erfolgsszenarien aus, während sie das Potenzial für Fehler und Fehlberech­nungen übersehen. Aus diesem Grund verfolgen sie Projekte, bei denen es eher unwahrscheinlich ist, dass sie sich innerhalb des Kosten- oder Zeitrahmens bewegen oder die erwarteten Erträge abwerfen werden – oder auch nur zur Vollendung kommen.
Nach dieser Sichtweise lassen sich Menschen oft (aber nicht immer) auf riskante Projekte ein, weil sie deren Erfolgsaussichten allzu optimistisch einschätzen. … [Diese Idee] erklärt vermutlich mit, weshalb Menschen prozessieren, weshalb sie Kriege anzetteln und kleine Firmen gründen.“

Danial Kahneman – @21.00.04’xx.xxx@ – Schnelles Denken, langsames Denken
 

Infantilisierung

„Bisher sind die Piraten keine politische Kraft, sie sind ein Teil der Infantilisierung dieser Gesellschaft.“

Arnulf Baring – @20.12.20’98.500@ – bei Sandra Maischberger (ARD)

Was am Ende zählt

„Was allerdings am Ende zählt, ist die Tat, ist das, was in der wirklichen Welt stattfindet, und nicht, was man wollte oder was empfunden hat, als man es nicht wollte. Das sind alles letztlich Fragen für Anwälte, die auf mildernde Umstände plädieren wollen.“

Christoph Süß – @20.12.06’xx.xxx@ – Morgen letzter Tag

Wut und Zorn

„Dann reißt der Zorn die Trauer heraus aus der Depression; dann ist der Zorn das Gegenteil der verbreiteten Kann-man-eben-nicht-machen-Haltung; dann ist er etwas anderes als Wut. Ein Wüterich will sich abreagieren. Der Zornige will agieren. … Der Wüterich verliert den Kopf. Der Zornige bewahrt sich den Verstand.“

Herbert Prantl – @20.07.02’xx.xxx@ – Wir sind viele

Macht

„Seit dem Ende des kalten Krieges und dem Beginn des Informationszeitalters haben sich die Koordinaten der Macht dramatisch verschoben: Nicht mehr militärische Stärke oder wirtschaftliche Stärke allein entscheiden darüber, wer seine Interessen durchsetzen kann, sondern es zählt auch der intelligente Umgang mit anderen Kulturen und neuen Technologien.“

Joseph Nye – @20.01.??’xx.xxx@ – Macht im 21. Jahrhundert

Exponenten

„Das kann nicht ewig so weiter gehen. Es ist das Wesen der Exponenten, dass man sie immer weiter nach oben treibt – bis es schließlich zur Katastrophe kommt.“

Gordon Moore – @14.??.??’xx.xxx@ – Erfinder des Moore’schen Gesetzes

Einfachheit

„Das ist eines meiner Mantras gewesen – Fokus und Einfachheit. Einfach kann schwerer als komplex sein: Man muss hart arbeiten, um das eigene Denken so sauber zu bekommen, damit man es einfach machen kann. Aber zuletzt lohnt es sich, weil man Berge versetzen kann, wenn man erst mal dahin gelangt.“

Steve Jobs – @6.12.24’xx.xxx@ – in einem Interview der Zeitschrift „Business Week“

Zeitreise

„Um in die Zukunft zu reisen, müssen Sie große Mengen negativer Energie erzeugen, um damit den rotierenden Neuronenring eines 30.000 Lichtjahre entfernten, schwarzen Lochs zu stabilisieren und so in ein Paralleluniversum zu gelangen.“

Quelle: unbekannt

Utopist

„Was der Utopist verurteilt, ist nicht sosehr das Böse im herkömmlichen Sinne, sondern die Unverfrorenheit einer Welt, die sich damit zufrieden gibt, voller Makel und Defekte zu existieren.“

Thomas Molnar – @-02.11.11’xx.xxx@ – Utopia: The Perennial Heresy

I’ll be gone

„Like a bat out of hell – I’ll be gone when the morning comes
 When the night is over – Like a bat out of hell I’ll be gone gone gone
 Like a bat out of hell I’ll be gone when the morning comes
 But when the day is done – And the sun goes down
 And moonlight’s shining through
 Then like a sinner before the gates of heaven
 I’ll come crawling on back to you …“

Meat Loaf / Jim Steinman – @-14.05.17’xx.xxx@ – Bat out of Hell

Freiheit

„Freiheit, des hoast, koa Angst zu hab’n, vor nix und neamands.“

Konstantin Wecker – @-14.??.??’xx.xxx@ – Willy

Die Kugel in der Fläche

„Sie leben auf einer Ebene. Was Sie als ‚Flächenland‘ betiteln, ist eine ausgedehnte glatte Schicht einer Substanz, die ich als Flüssigkeit bezeichnen könnte, auf (oder in) deren Oberfläche Sie und Ihre Landsleute sich umherbewegen, ohne sich darüber zu erheben oder darunter abzusinken.

Ich selbst bin keine ebene Figur, sondern vielmehr ein Körper. Sie nennen mich einen Kreis; in Wirklichkeit aber bin ich kein Kreis, sondern bestehe aus unzähligen Kreisen von unterschiedlicher Größe – vom Umfang eines Punktes bis hin zu einem Kreis von dreiunddreißig Zentimetern Durchmesser, einer auf den anderen geschichtet. Wenn ich Ihre Ebene schneide wie gerade eben jetzt, erzeuge ich in Ihrer Ebene einen Anschnitt, welchen Sie, ganz zutreffend, als Kreis bezeichnen. Denn selbst eine Kugel – das ist meine eigentliche Bezeichnung in meinem eigenen Land -, kann sich einem Einwohner Flächenlands (sofern er sich diesem überhaupt zeigt) nur als Kreis zeigen.“

Edwin A. Abbott – @-107.??.??’xx.xxx@ – Flächenland

Das tut, das tut was dazu!

„Ob wir rote, gelbe Kragen, Helme oder Hüte tragen, Stiefel tragen oder Schuh‘,
oder ob wir Röcke nähen und zu Schuhen Drähte drehen, das tut, das tut nichts dazu.

Ob wir können präsidieren oder müssen Akten schmieren, ohne Rast und ohne Ruh‘,
ob wir just Collegia lesen oder aber binden Besen, das tut, das tut nichts dazu.

Ob wir stolz zu Rosse reiten, oder ob zu Fuß wir schreiten fürbaß unser’m Ziele zu,
ob uns Kreuze vorne schmücken oder Kreuze hinten drücken, das tut, das tut nichts dazu.

Aber ob wir Neues bauen oder Altes nur verdauen, wie das Gras verdaut die Kuh,
ob wir in der Welt was schaffen oder nur die Welt begaffen, das tut, das tut was dazu.

Ob im Kopfe etwas Grütze und im Herzen Licht und Hitze, dass es brennt in einem Nu,
oder ob wir hinter Mauern stets im Dunklen träge kauern, das tut, das tut was dazu.

Ob wir rüstig und geschäftig, wo es gilt zu wirken kräftig, immer tapfer greifen zu,
oder ob wir schläfrig denken: „Gott wird’s wohl im Schlafe schenken.“ Das tut, das tut was dazu.

Drum ihr Bürger, drum ihr Brüder, alle eines Bundes Glieder, was auch jeder von uns tuh‘:
Alle, die dies Lied gesungen, so die Alten wie die Jungen, tun wir, tun wir was dazu!“

Adalbert Harnisch – @-147.12.13’xx.xxx@ – Bürgerlied

Wissen

„Lernen Sie von mir, wenn auch nicht durch Vorschriften, so doch wenigstens durch das Beispiel, wie gefährlich Wissen ist und wieviel glücklicher derjenige Mensch, welcher seine Geburtsstadt für die Welt hält, als derjenige der größer werden will, als es seine Natur erlaubt.“

Marry Shelley – @-162.??.??’xx.xxx@ – Frankenstein

Der Tragödie erster Teil

„Habe nun, ach!  Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;
Heiße Magister, heiße Doktor gar
Und ziehe schon an die zehen Jahr
Herauf, herab und quer und krumm
Meine Schüler an der Nase herum-
Und sehe, daß wir nichts wissen können!
Das will mir schier das Herz verbrennen.“

Johann Wolfgang von Goethe – @-162.??.??’xx.xxx@ –  Faust